Romeo und Julia (Fantasieouvertüre, 2. Fassung)

Komponist/Autor:

Tschaikowski, Peter

Verlagsnummer:

OB-2011
ISMN: 9790501393370
Bearbeiter/Herausgeber: Pfefferkorn, Nick
Sprache(n) des Textteils: Deutsch. Englisch
Produktart: Partitur
Enthaltene Einzelstimme(n):

-

Erscheinungsform: Geheftet
Seitenzahl / Format: 72 S. - 31,0 x 24,3 cm

kritische Neuausgabe

Picc.2.2.EH.2.2.-4.2.3.1-Pk.-Schl.-Hfe.-Str.

 

Milij Alexejewitsch Balakirew, der Mentor des sogenannten "Mächtigen Häuflein", ist nicht nur Widmungsträger sondern vor allem auch Impulsgeber von Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre über Shakespeares "Romeo und Julia". Von ihm ging ein Impuls aus, der über ein paar Ecken und vor allem nicht (wie man meinen könnte) aus England sondern aus Frankreich kam: 1867 lernte Balakirew nämlich Hector Berlioz kennen, der nach Russland gereist war und dort mit seiner Tonsprache große Eindrücke hinterlies. Nach dieser Begegnung motivierte Balakirew seinen jungen Kollegen Tschaikowsky, sich an Berlioz' Oper "Roméo et Juliette" zu orientieren und sich den gleichen Shakespeares-Stoff als Vorlage für ein eigenes sinfonisches Werk zu wählen. Genaugenommen ist also Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre nicht 'nach Shakespeare' sondern 'nach Berlioz'. 

 

Folgte Tschaikowsky bei der Wahl des Stoffes seinem Mentor, so entschied er sich bei der Umsetzung nicht seinem Rat zu folgen und schrieb statt einer Allegro-Einleitung, die nach Balakirews Vorstellung das Klirren der Schwerter hörbar machen sollte, ein getragenes Andante. Das russische Kirchenlied, das diesem Andante zugrunde liegt, trägt in seiner sakralen, feierlichen Anmutung dem Mönch Lorenzo Rechnung, der in jenseitigen Gedanken bereits die Tragödie voraus ahnt. Die beiden beherrschenden Themen des Hauptteils sind einerseits die verfeindeten Adelsgeschlechter, aus denen Romeo und Julia entstammen und die sie zu trennen versuchen, andererseits natürlich das Liebesthema, das sie verbindet. In nuce ist hier Shakespeares Tragödie zusammengefasst. Das Liebeslied von Romeo und Julia, die bange Frage, ob denn die Nachtigall oder schon die Lerche ihr Lied angestimmt habe, verwandelte Tschaikowsky in eine schöne Englischhorn-Kantilene, die über einem gedämpften Streicherklang schwebt.

 

Im März 1870 dirigierte Nikolai Rubinstein die Uraufführung des Werkes. Als Leiter des Moskauer Konservatorium hatte Nikolai Rubinstein Tschaikowsky als Lehrer verpflichtet. Die beiden Musiker waren nicht nur Kollegen, sondern lebten in einer Wohngemeinschaft zusammen, in der Rubinstein den eher mittellosen Komponisten unterstützte.

 

Aufführungsmaterial komplett käuflich.

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