Exciting rediscoveries beyond the standard repertoire

Der Pfefferkorn Musikverlag wurde 1996 von Nick Pfefferkorn in Leipzig gegründet. Der Name Pfefferkorn steht seit dem für spannende Neuentdeckungen abseits des Standardrepertoires, wobei Notenausgaben auf höchstem Niveau unser oberstes Ziel sind. Durch die dezidierte Auswahl von bestimmten Komponisten und bestimmter Werke ist unsere Leitlinie: Qualität vor Quantität. Von Beginn an stand die wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung mit Komponisten und ihren Werken im Vordergrund, die heute im Allgemeinen der so genannten "zweiten Reihe" zugeordnet werden - in der Musikgeschichtsschreibung somit nicht zu den Epigonen gehören. Durch die schier unendliche Vielfalt dieser Neuentdeckungen, wovon nur ein kleiner Teil in das Verlagsprogramm übernommen werden kann, ist dieses jedoch sehr breit gefächert und setzt sich aus Werken (fast) aller Gattungen zusammen. 

Current Editorial Projects

Eduard und Richard Franck

Im Jahr 2010 hat der Verlag die Edition der Werke von Eduard Franck (1817-1893) und Richard Franck (1858-1938) begonnen. Nachdem ab den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts aufgrund des großen Engagements der Erben, Prof. Dr. Paul Feuchte (Freiburg) und Dr. Andreas Feuchte (Hamburg), bereits zahlreiche Werke auf CD erschienen sind, konnte eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Pfefferkorn Musikverlag etabliert werden. Es gilt, das zu weiten Teilen unveröffentlichte Œuvre dieser bedeutenden, jedoch bisher nahezu unbekannten Komponisten, Dirigenten und Pianisten zu sichten, aufzuarbeiten und in hochwertigen Notenausgaben vorzulegen. Die Erben und Nachfahren der Komponisten haben bereits 1992 ein vollständiges Werkverzeichnis mit umfassendem biographischen Teil vorgelegt, das 2010 als erweiterte Neuauflage erschien.

 

Friedrich Schneider 

In enger Zusammenarbeit mit der Anhaltischen Landesbücherei Dessau widmen wir uns dem Nachlass des Komponisten Friedrich Schneider (1786-1853), dessen Name heute nur noch als Randnotiz in der Musikgeschichtsschreibung Erwähnung findet. Schneiders Aufstieg zu einem der gefeiertsten und einflussreichsten Komponisten und Pianisten seiner Generation war ein Phänomen, ebenso wie das plötzliche Verblassen seines Sterns in den 1840er Jahren. Musikwissenschaftliche Beurteilungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gelten in weiten Teilen noch heute: Mendelssohns "Stern" strahlte ab einem gewissen Zeitpunkt zu hell. Mit seinem Oratorium Das Weltgericht, das bis heute als bedeutendstes oratorisches Werk zwischen Haydns Schöpfung und Mendelssohns Paulus gefeiert wird, erlangte er internationalen Ruhm und die Anerkennung von Kritikern und Publikum - der Grundstein für seine enorme Popularität. Die Subskribentenlisten seiner Werke lesen sich oftmals wie ein "Who-is-Who" der Musikgeschichte. Die radikalen Umbrüche und neuen musikalischen Strömungen dieser Zeit sind der Grund, dass Schneider das Schicksal etlicher seiner Zeitgenossen teilt, nämlich allmählich in Vergessenheit zu geraten. Nichtsdestotrotz hinterließ er einen immensen, heute kaum mehr zu überblickenden kompositorischen Nachlass, der den Mendelssohns quantitativ durchaus in den Schatten zu stellen vermag. 

 

Felix Draeseke

gehörte im deutschsprachigen Raum zu den bedeutendsten Vertretern der Musik seiner Zeit. Ausgehend von der Neudeutschen Schule entwickelte er einen an klassischen Idealen ausgerichteten, spätromantischen Kompositionsstil. In Zusammenarbeit mit der Internationalen Draeseke-Gesellschaft (Coburg) legen wir in den kommenden Jahren eine Auswahl seiner wichtigsten Werke vor. Einige davon erscheinen im Pfefferkorn Musikverlag als Erstausgabe.

 

Camillo Schumann

wurde am 10.März 1872 in Königstein/Sachsen als Sohn des Stadtmusikdirektors Clemens Schumann (1839-1918) geboren. Ab 1889 studierte er am Leipziger Konservatorium. 1894/95 ging er nach Berlin an die Hochschule für Musik und studierte bei Woldemar Bargiel und Robert Radecke. Camillo Schumanns Werk umfasst fast alle Musikgattungen. Über 300 Kompositionen sind verzeichnet, darunter eine Vielzahl kammermusikalischer Werke, Klavierwerke, Kantatenwerke mit Orgel oder Orchester, Werke für Harmonium und ein umfangreiches Orgelwerk. Fast alle dieser Werke sind nie veröffentlicht worden und existieren nur im Autograph. Seine sehr durch Brahms beeinflusste Tonsprache hat zudem die Klangwelt der großen spätromantischen Liszt-Schule. Bis hin zu Klängen Rachmaninows schreibt er Klaviersätze von ungeheurer Kraft und Virtuosität. 

 

Into the Future

Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Ausbau des Verlagsprogramms geplant. Im Mittelpunkt stehen hier die Werke von Eduard und Richard Franck, Friedrich Schneider, Camillo Schumann, Felix Draeseke, Joachim Raff und Friedrich Kiel. Der Pfefferkorn Musikverlag sieht sich in der Tradition der Leipziger Musikverlage und möchte dazu beitragen, die Verlagslandschaft in Leipzig lebendig und im Bewusstsein der Musiker und Musikschaffenden zu halten.